SRG kaputt – Private mit Dauerwerbung obenauf
(Red.) Christian Müller, Herausgeber der beiden Plattformen Globalbridge.ch und dieSchweiz-online.ch, ist mittlerweile 82 Jahre alt und hat die Arbeitskraft nicht mehr, auch alle eintreffenden Leserbriefe zu redigieren und zu veröffentlichen. Aber es gibt Zuschriften, die den Nagel auf den Kopf treffen. Der hier folgende von Benjamin Kradolfer ist so einer. (cm)
Die SRG erfüllt ihren Auftrag, vom Wichtigen in unserem Land und der Welt zu berichten, nicht gut – das sagen viele, und haben da und dort vielleicht sogar recht. Dafür muss man ihr radikal das Budget kürzen – das sagen ihre Gegner. Aber wird sie denn mit viel weniger Geld den Auftrag automatisch besser erfüllen? oder nicht eher noch schlechter? Und was ist mit all den Privat- Anbietern, die es als Alternativen zur SRG ja bereits gibt? Die kennen keinen andern Auftrag, als möglichst viel Profit zu machen – und was sind wir, die Schweizer Bevölkerung, dabei mehr als ihre Melkkuh? Eine öffentliche Debatte oder gar Abstimmung, ob es uns passt, wie die Privaten über unser Land und die Welt berichten, wird es nie geben. Ihre Marktstellung aber stärken wir automatisch, wenn wir die SRG schwächen, und so bedient die laufende Anti-SRG-Kampagne direkt ihre Interessen, wenn sie nicht sogar insgeheim von ihnen mit-lanciert und -finanziert ist.
Aber wie steht’s um ihre Bereitschaft, uns Schweizern z.B. ohne Extra-Abo ein Portal wie Swissfilms zur Verfügung zu stellen, wo wir das ganze Schweizer Filmschaffen streamen können? oder so grosszügig die Schweizer (Spiel- & Dok-)Film-Produktion zu fördern? oder uns den Schweizer (Spitzen-)Sport das ganze Jahr über so appetitlich zu servieren, wie es die SRG seit Jahrzehnten tut? Wollen wir wirklich eine SRG kaputtsparen, die zwar nicht perfekt, aber optimierbar ist, und dafür den Konzern-Bossen forfait geben, die nichts wollen als unser Geld?
Zum Autor: Benjamin Kradolfer, geboren 1959 und aufgewachsen in Solothurn, war von 1983 bis 2015 auf div. Bühnen in Deutschland West und Ost als Schauspieler tätig und kehrte dann nach Solothurn zurück, wo er seither mit psychisch beeinträchtigten Menschen im 2. Arbeitsmarkt arbeitet.
(Red.) Wie oben erwähnt: Benjamin Kradolfer trifft den Nagel auf den Kopf! Es stimmt natürlich, dass nicht alles, was von der SRG zu sehen und zu hören ist, beste Qualität ist. Enttäuschend zur Zeit ist zum Beispiel die absolut einseitige Berichterstattung zum Krieg in der Ukraine, wo die Ukraine, ein grausam korruptes Land, immer noch als Verteidigerin „europäischer Werte“ dargestellt wird. Aber was berichten die privaten Medien zum gleichen Thema? Alle vier grossen Medienkonzerne – Ringier, NZZ, CH-Media und TX Group – berichten auf derselben Linie, nur noch schlimmer. Die Vorgeschichte des Krieges wird „vergessen“, die CH-Media-Zeitungen plädieren noch immer für einen Sieg der Ukraine auf dem Schlachtfeld! – Die Öffentlich-Rechtlichen Medien in der Schweiz müssen, der direkten Demokratie und den vier Landessprachen der Schweiz zuliebe, unbedingt erhalten bleiben. Also bitte ein NEIN zur sogenannten Halbierungsinitiative! (cm)